Manchmal braucht es gar keinen Gipfel, keine 15 Kilometer Wanderung und keine Brotzeit, die vorsorglich für eine mittelgroße Expedition gepackt wurde. Manchmal reichen ein paar Minuten zu Fuß, ein Holzsteg zwischen den Bäumen und plötzlich ziemlich viel Weite vor der Nase. Wie zum beispiel bei der Aussichtsplattform Lusenblick.
Genau so ging es uns an der Aussichtsplattform Lusenblick am Wistlberg bei Finsterau.
Wir waren während unserer Recherche gleich mehrmals hier. Nicht zuletzt, weil unser Campingplatz praktisch ums Eck lag – aber auch, weil dieser Ort bei uns ziemlich schnell in die Kategorie „Da gehen wir später nochmal hin“ gerutscht ist.
Wo liegt die Aussichtsplattform Lusenblick?
Der Lusenblick gehört zum Naturerlebnis Wistlberg oberhalb von Finsterau im Bayerischen Wald. Hier liegen gleich mehrere kleine Naturerlebnisse so nah beieinander, dass sich daraus ganz unkompliziert ein halber oder sogar ganzer Ausflugstag machen lässt.
Vom Bereich rund um das Nationalpark Café führt ein breiter, nur wenig ansteigender Weg Richtung Aussichtsplattform. Bei uns war das kein Programmpunkt, für den man erst die Wanderschuhe dreifach schnüren und die Familie mental vorbereiten musste. Es war eher: Kaffee austrinken, Kinder einsammeln und los.
Nach wenigen Minuten beginnt der Holzsteg durch den Wald. Und spätestens hier bekommt der kleine Spaziergang plötzlich dieses schöne Gefühl, doch gerade ein bisschen tiefer in die Natur einzutauchen.
Ist der Lusenblick barrierearm erreichbar?
Ja – und genau das ist eine der großen Stärken dieses Ortes. Der Weg ist breit, angenehm zu gehen und nur wenig steil. Auch die Plattform selbst wird über den Holzsteg bequem erreicht.
Damit eignet sich der Lusenblick auch für Familien mit Kinderwagen, Menschen mit Rollstuhl oder Rollator und alle, die Natur und Aussicht genießen möchten, ohne vorher mehrere hundert Höhenmeter absolvieren zu müssen.
Ich finde, genau solche Orte braucht es viel öfter: Natur nicht nur für die, die besonders weit, schnell oder hoch kommen, sondern möglichst für alle.
Was sieht man von der Aussichtsplattform Lusenblick?
Vor allem: ziemlich viel Wald. Und das meine ich als großes Kompliment.
Von der Plattform reicht der Blick hinaus über die Waldlandschaft des Nationalparks in Richtung Lusen. Gerade am Abend, wenn das Licht tiefer zwischen die Bäume fällt, hat dieser Ort eine ganz besondere Stimmung.
Wir waren einmal kurz vor Sonnenuntergang dort. Die Plattform war beinahe leer, das Holz noch warm vom Tag, zwischen den Bäumen stand goldenes Licht – und plötzlich hatte niemand mehr das Bedürfnis, irgendwohin weiterzumüssen.
Ein bisschen erinnert der Lusenblick an einen kleinen Baumkronenweg. Nur ohne großes Spektakel. Man lehnt sich ans Geländer, schaut in die Ferne und bleibt automatisch ein paar Minuten länger.
Vielleicht ist genau das seine größte Stärke.
Was kann man rund um den Lusenblick mit Kindern machen?
Sehr viel – und deshalb würde ich den Lusenblick persönlich gar nicht als einzelnes Ausflugsziel betrachten.
Direkt beim Naturerlebnis Wistlberg liegt ein großer Spielplatz. Unsere Kinder waren während unseres Aufenthalts gefühlt Stammgäste. Wir kamen immer wieder zurück – und trotzdem wurde jedes Mal irgendeine Ecke, ein Spielgerät oder ein neues Detail entdeckt.
Für uns Erwachsene hieß das meistens: kurz hinsetzen, durchatmen, etwas trinken und genießen – und den Kindern dabei zuschauen, wie sie offenbar weiterhin über Energiereserven verfügten, von denen wir nichts wussten.
Kann man am Wistlberg auch einkehren?
Direkt am Naturerlebnis liegt das Nationalpark Café Wistlberg.
Für uns wurde das Café während unserer Tage in Finsterau irgendwann fast zur Außenstelle unseres Wohnmobils. Kurz hinsetzen, etwas trinken, Kinder spielen lassen – und dann entscheiden, wohin es als Nächstes geht.
Genau diese Kombination hat uns am Wistlberg so gefallen: Man muss keinen kompletten Tagesplan aufstellen. Man kann Aussicht, Spielplatz, Café, kleine Spaziergänge und längere Touren ganz entspannt miteinander verbinden.
Kann man den Lusenblick mit dem Finsterauer Filz verbinden?
Unbedingt. Nur ein kleines Stück entfernt wartet mit dem Finsterauer Filz gleich das nächste besondere Naturerlebnis.
Ein Bohlenweg führt mitten hinein in die Moorlandschaft. Plötzlich verändert sich die Umgebung: Der Wald öffnet sich, das Licht wird anders und unter den Füßen liegen nur noch Holzplanken. Man läuft gefühlt fast ein bisschen über dem Moor statt hindurch.
Für Familien ist die Runde angenehm überschaubar und trotzdem spannend genug, dass Kinder nicht das Gefühl haben, „nur spazieren“ zu gehen. Auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator lässt sich der Naturerlebnisweg gut erkunden.
Welche Wanderungen und Radtouren starten rund um Wistlberg?
Und dann lohnt sich irgendwann ein Blick auf die Karte. Denn spätestens da merkt man: Der Lusenblick ist eigentlich nur der Anfang.
Rund um Finsterau und Wistlberg zieht sich ein dichtes Netz aus Wanderwegen, Naturpfaden und Radtouren durch die Region. Von kurzen Familienrunden bis zu längeren Touren Richtung Grenze, Klausen und Nationalpark lässt sich hier erstaunlich viel direkt vor Ort starten.
Genau das war übrigens eines unserer größten Probleme während der Recherche: Je mehr wir entdeckt haben, desto länger wurde die Liste mit Dingen, die wir beim nächsten Mal noch machen wollen.
Welche geführten Erlebnisse gibt es im Nationalpark?
Und hier kommt ein Tipp, den ich nach unserer eigenen Recherche wirklich gerne weitergebe: Lasst euch diese Region auch einmal von jemandem zeigen, der sie wirklich kennt.
Denn spätestens wenn Kinder anfangen zu fragen, ob hier ein Luchs war, welche Beeren essbar sind, warum ein Baum einfach liegen bleiben darf oder welches Tier gerade irgendwo im Unterholz verschwunden ist, merkt man erstaunlich schnell, wie wenig man über den eigenen Wald eigentlich weiß.
Die Ferienregion bietet deshalb ein umfangreiches Programm mit geführten Erlebnissen. Dort findet ihr Naturführungen, Wanderungen, Familienangebote und viele weitere Möglichkeiten, den Bayerischen Wald mit Menschen zu entdecken, die sich hier wirklich auskennen.
Schaut vor eurem Aufenthalt einmal in den Erlebnis-Shop der Ferienregion. Gerade wenn ihr mehrere Tage hier verbringt, kann eine geführte Tour noch einmal einen völlig anderen Blick auf die Landschaft öffnen.
Geführte Erlebnisse entdeckenWo kann man rund um Finsterau und Wistlberg übernachten?
Unsere ziemlich klare Empfehlung lautet: Bleibt länger als einen Tag.
Wir hatten selbst eine ganze Liste mit Dingen, die wir unbedingt erleben wollten. Am Ende wurde sie während des Aufenthalts eher länger als kürzer.
Und wenn ihr nicht selbst stundenlang Unterkünfte vergleichen möchtet, könnt ihr euch auch direkt an die Tourist-Information Mauth-Finsterau wenden.
Dort hilft man euch nicht nur mit Ausflugstipps weiter, sondern auf Wunsch auch ganz konkret bei der Urlaubsplanung: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stellen euch telefonisch oder per Mail unverbindliche und individuell auf eure Wünsche zugeschnittene Unterkunftsangebote zusammen.
Im Grunde also ein kleines regionales Incoming-Reisebüro – mit dem ziemlich entscheidenden Vorteil, dass die Menschen dort ihre Gastgeber und ihre Region tatsächlich kennen.
Natürlich könnt ihr auch selbst auf der Seite der Ferienregion Nationalpark Bayerischer Wald stöbern. Dort findet ihr Unterkünfte in der Region – von Hotels und Pensionen über Ferienwohnungen bis hin zu Campingmöglichkeiten.
Wir selbst haben während unserer Recherche im Anderswo Camp direkt am Wistlberg gewohnt – und geben dafür eine ziemlich uneingeschränkte Empfehlung.
Der kleine, naturnahe Campingplatz liegt wunderbar zwischen Wald und Heidelbeersträuchern und hat uns mit seiner entspannten Atmosphäre, den schönen Stellplätzen, modernen Sanitärbereichen, Feuerstellen und vor allem mit seinen Gastgebern überzeugt.
Manche Plätze fügen sich so sehr in die Natur ein, dass es sich beinahe wie Wildcampen anfühlt – nur eben mit warmer Dusche und Kaffee in ziemlich angenehmer Reichweite.
Und zum Lusenblick? Von dort aus praktisch nur ein kleiner Spaziergang.
Kann man einen Aufenthalt in der Ferienregion auch verschenken?
Ja – und das finde ich gerade für Menschen schön, die eigentlich schon alles haben.
Die Ferienregion bietet einen eigenen Reisegutschein, der bei teilnehmenden Partnerbetrieben und für verschiedene Angebote in der Region eingesetzt werden kann.
Spannend ist das auch für alle, die nicht nur einen einzelnen Ausflug verschenken möchten: Die Ferienregion stellt regelmäßig komplette Urlaubspauschalen zusammen. Aktuell findet ihr mit den „Entdeckertagen Bayerischer Wald“ bereits ein solches Angebot. Für 2027 sind weitere Pauschalen geplant, die voraussichtlich ab November veröffentlicht werden.
Und das Praktische: Auch diese Urlaubspauschalen können mit den Reisegutscheinen eingelöst beziehungsweise verrechnet werden. Damit kann aus einem Gutschein am Ende also ziemlich unkompliziert ein kompletter kleiner Bayerwald-Urlaub werden.
Und ganz nebenbei schenkt man damit vielleicht nicht noch irgendeinen Gegenstand, der irgendwann in einer Schublade landet, sondern gemeinsame Zeit, Wald und die ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, anschließend mit mehr Ausflugszielen nach Hause zu fahren, als man vorher kannte.
Reisegutschein ansehenFür wen lohnt sich ein Besuch am Lusenblick?
Eigentlich für erstaunlich viele.
Für Familien, die einen unkomplizierten Ausflug suchen. Für Großeltern mit Enkeln. Für Menschen mit Kinderwagen oder eingeschränkter Mobilität. Für Wanderer, die am Wistlberg in eine größere Tour starten. Und für alle, die gerade keine spektakuläre Attraktion brauchen, sondern einfach einen Ort, an dem man kurz stehen bleibt und denkt: Mei, haben wir es eigentlich schön.
Die Aussichtsplattform Lusenblick ist vielleicht kein Ort, für den man allein drei Stunden Anfahrt plant.
Aber sie ist genau die Art von Ort, die einen Aufenthalt besonders macht: leicht erreichbar, wunderschön gelegen und eingebettet in so viele weitere Möglichkeiten, dass aus „Wir schauen kurz hin“ ziemlich schnell ein ganzer Urlaubstag werden kann.
Und wenn ihr am Abend bei goldenem Licht auf der Plattform steht: Bleibt ruhig noch fünf Minuten länger.
Wir haben es auch getan.
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